Hypercholesterinämie

Von einer Hypercholesterinämie spricht man, wenn bei einem Organismus erhöhte Cholesterinwerte vorliegen. Ein derzeitig oberer Grenzwert gilt als erreicht ab einem Gesamtcholesterin des Blutes von 200 mg/dl - diese Zahl wird allerdings in unregelmäßigen Abständen neu bestimmt (in Abhängigkeit von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen). auf die genauen Grenzwerte nehmen jeweils auch Faktoren wie Alter oder Vorerkrankungen eines Betroffenen Einfluss. Der durchschnittliche Cholesterinwert eines gesunden Erwachsenen liegt dabei bei circa 140 mg. Das Vorliegen einer Hypercholesterinämie kann diagnostiziert werden im Rahmen einer Blutabnahme - dabei ist es wichtig, dass diese Blutentnahme in 'nüchternem' Zustand stattfindet: Das bedeutet, dass die Person, bei der die Blutprobe entnommen werden soll, einige Zeit vor der Entnahme keine Nahrung mehr aufgenommen hat; während der Blutabnahme sollte die letzte Nahrungsnahme circa 14 Stunden zurückliegen.

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Mögliche Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte

Verschiedene Faktoren können zu der Entstehung einer Hypercholesterinämie beitragen. Dabei ist nicht immer klar abzugrenzen, welche Ursachen in welchem Umfang zu der Hypercholesterinämie geführt haben - häufig sind dies auch Geflechte verschiedener Ursachen. Zu diesen zählen beispielsweise das Vorliegen verschiedener Erkrankungen wie etwa Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion, aber auch Alkoholismus. Auch Übergewicht kann ein weiterer ursächlicher Faktor sein und auch eine bestehende Schwangerschaft kann die Entstehung einer Hypercholesterinämie begünstigen. Außerdem nachteilig auswirken kann sich die Einnahme von Medikamenten wie beispielsweise Corticoide (synthetisch hergestellte oder im Körper produzierte Hormone auf der Grundlage von Cholesterin) oder Medikamente zur Verhinderung einer Schwangerschaft (Verhütungsmittel).

Gefahren einer Hypercholesterinämie

Hypercholesterinämie gilt als wichtiger Risikofaktor für die Erkrankung an Arteriosklerose - im Volksmund auch häufig bekannt als Arterienverkalkung: Von der Arteriosklerose sind die Arterien (Schlagadern) betroffen. Die Wände der Arterien zeigen beispielsweise Ablagerungen von Blutfetten oder -pfropfen oder auch von Kalk. Und auch das Risiko, weitere sogenannten kardiovaskuläre (das Herz und die Gefäße betreffend) Erkrankungen zu entwickeln, gilt bei Vorliegen einer Hypercholesterinämie als erhöht. Zu diesen Erkrankungen zählen beispielsweise Schlaganfälle oder Herzinfarkte.

Wird ein kritischer Cholesterinwert oberhalb des festgelegten Grenzwertes diagnostiziert, empfehlen Mediziner, die Beschaffenheit des Gesamtcholesterins zunächst auf seine Zusammensetzung zu untersuchen - so setzt sich das Gesamtcholesterin beispielsweise individuell unterschiedlich zusammen aus dem sogenannten HDL-Cholesterin (high density cholesterin) und dem LDL-Cholesterin (low density cholesterin); nicht beide Cholesterinformen bergen identische Gefahren für den Körper. Erst anschließend kann dann Klarheit darüber vorliegen, ob und welche wirksamen Gegenmaßnahmen in Angriff genommen werden können; dazu können beispielsweise eine cholesterinreduzierte Ernährung, das Abbauen von Übergewicht und das Sporttreiben zählen, im medizinischen Bedarfsfall aber auch entsprechende Medikamente.